Die SPD Vreden, Südlohn/Oeding und Stadtlohn hatten in der letzten Woche,  zu einem Austausch mit der Bundestagsabgeordneten Nadine Heselhaus zum Thema Energiekrise,  eingeladen.

Rund 40 Teilnehmende waren dieser Einladung gefolgt. Neben MdB  Nadine Heselhaus und den Parteivorsitzenden Lars Voges und Rita Penno  waren auch Vertretungen aus den Kommunalparlamenten  anwesend. Ziel war es, die drängendsten Fragen zur Energiekrise  zu beantworten.

 „Mehr und mehr Menschen begegnen mir im Alltag und fragen, wie es weitergehen soll? Kann ich meine Wohnung überhaupt im Winter heizen? Hab ich noch genug Geld zum Essen? Noch nie bin ich so oft von Menschen angesprochen worden, die Angst davor haben, ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen zu können,“ führte Ulla Schulte,  Vorsitzende der SPD Vreden, zu Beginn aus. „ Die Preise steigen und steigen aber die Reallöhne steigen nicht mit.  Entlastungen  gerade für die Mittelschicht bleiben aus. Da muss sich dringend etwas tun.“

Die Bundestagsabgeordnete Nadine Heselhaus nahm diesen Ball auf und erläuterte den aktuellen Stand der Gespräche auf Bundesebene. „Der Notfallplan Gas von Minister Habeck war ein erster Schritt zur Krisenbewältigung. Die Importabhängigkeit vom Gas aus Russland wurde bereits reduziert und die Gasspeicher werden bis zum Winter voll sein. Insgesamt muss der Ausbau der erneuerbaren Energien weiter vorangetrieben werden. Nur so können wir dauerhaft unabhängig werden“, informierte Heselhaus die Zuhörenden. „Das dritte Entlastungspaket in diesem Jahr wird aktuell besprochen. Als Verbraucherschutzpolitikerin ist es dramatisch für mich zu sehen, dass zunehmend auch die Verbraucherschutzzentralen hinsichtlich einer möglichen Überschuldung der Haushalte Alarm schlagen.  Wichtig ist es, dass Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen sowie kleine Betriebe, besonders berücksichtigt werden. Dagegen können Spitzenverdiener gerade jetzt durchaus mehr Verantwortung übernehmen.“

Otger Harks,  Mitglied der Gesellschafterversammlung der SVS, konnte viele Fragen rund um den Versorger beantworten. „Volle Gasspeicher reichen für die Versorgung von etwa 2 ½ Monate, ohne zusätzliche Gaslieferung.  Nach aktuellem Stand sollten die Gasspeicher volllaufen und uns sicher durch den Winter bringen können. Der Eindeckungsgrad der Kommunen ist  für dieses Jahr bei Gas und bei Strom schon recht hoch und auch für nächstes Jahr bin ich optimistisch“.  Er wies  aber auch auf die Abhängigkeit von Uniper hin. Der Umstieg  auf Heizlüfter sei unnötig. Dies könne  unter Umständen  sogar einen Blackout des Stromnetzes verursachen.

Elisabeth Lindenhahn, Vorsitzende der Kreistagsfraktion der SPD, berichtete von den Bestrebungen der Kreisverwaltung: „Die Einsparung von Energie  kreisweit um 15%  stellt eine echte Herausforderung dar. Dazu sind viele Maßnahmen im Gespräch und viele Möglichkeiten zum Stromsparen werden ausgelotet.“ Sie bat die anwesenden Kommunalpolitiker mit den Kommunen, über das Aufstellen von Notfallplänen für einen möglichen Blackout zu sprechen.

Sabrina Späker, Fraktionsvorsitzende in Südlohn/Oeding , konnte  bereits von solchen Gesprächen berichten. Reinhard Laurich, Fraktionsvorsitzender in Vreden  beklagte, dass die SVS sich außerstande gesehen habe, einen Vertreter in die letzte Ratssitzung  zu entsenden, um Fragen zur Energiekrise zu beantworten.

Im Anschluss  gab es aus dem Publikum einen bunten Strauß von Fragen und Anmerkungen. Diese reichten von detaillierten Fachfragen an den Versorger, über generelle bundespolitische Themen bis hin zu möglichen Entlastungsvorschlägen. Dabei kam eine Fortführung des 9-Euro-Tickets genauso auf den Tisch, wie die Frage nach einem bedingungslosen Grundeinkommen.